Start unserer Reise – Teil 1
Samstag, 18.04.2026 – Letze Vorbereitungen und Abflug aus Deutschland
Die letzte Woche vor dem Abflug ist extrem hektisch, 1000 Dinge sind noch zu erledigen, aber irgendwann ist die Zeit einfach vorbei und man schafft eben nicht alles. Da wir mein Auto in der Garage lassen wollen, holt Wolfi mich ab und Michi, ein guter Freund, bringt uns zum Flughafen nach München. Was jetzt nicht fertig ist, müssen wir eben im Sommer erledigen, wenn wir für ein paar Wochen wieder nach Hause kommen. Der Flieger geht um 18.20 Uhr, wir gönnen uns ein kühles Bier und checken unser doch ein wenig zu schweres Gepäck problemlos bei Aegean Air ein. Auch der Security Check ist unglaublich unkompliziert und wir müssen nichtmal die Laptops auspacken. Der Flug selber ist total entspannt, wir bekommen sogar einen Snack und Getränke. Jetzt geht es endlich los, unser „neues Leben“ beginnt und ich bin nicht nur sehr aufgeregt – schließlich kenne ich unser Boot noch gar nicht – sondern auch ziemlich erschöpft von den letzten Wochen und Monaten. Außerdem fliege ich zum ersten Mal ohne ein Rückflugticket gebucht zu haben. Auch ein aufregendes Gefühl…In Athen angekommen haben wir einen langen Aufenthalt. Der Weiterflug geht erst um 6.15 Uhr morgens. Aber gute Freunde von uns haben in der Nähe vom Flughafen ein kleines Haus, holen uns ab und wir verbringen ein paar schöne Stunden bei Ihnen und trinken unseren ersten Ouzo in Griechenland. Um 4 Uhr morgens klingelt der Wecker und Stefan bringt uns zu Flughafen.
Wir sitzen am Gate und warten. Kurz nach 6 Uhr geht der Funk des Check In Counters und die Dame dort macht ein betretenes Gesicht. Der Flughafen von Leros – unserem Ziel – ist nur mit kleinen Propellermaschinen zu erreichen und bei starkem Wind, insbesondere starken Windböen, ist der Anflug nicht sicher. Rechts und links sind die Berge sehr nah und die kurze Landebahn endet im Meer. Wir warten geduldig und dann kommt nach einer Stunde die Gewissheit, für heute ist der Flug gecancelt. Aber, hier noch ein Lob für Aegean Airlines: Sie organisieren alles für uns und wir werden mit dem Bus in ein 5 Sterne Wellness Hotel gefahren. Das Hotel liegt direkt am Meer, es gibt 3 Mahlzeiten inclusive und das alles auf Kosten der Airline. Die Übernachtung ist dabei teurer als unser gesamter Flug. Aber wie das in Griechenland so ist, vermutlich ist der Hotelbesitzer der Freund des Cousins des Schwagers des Chefs der Airline 😉. Der Einzige Wermutstropfen ist, dass wir unser gesamtes, schweres Gepäck mitnehmen müssen. Erwähnte ich schon, dass sich in meinem Aufgabegepäck unter anderem ein Pizzaofen befindet?
Nach ca. einer halbstündigen Bussfahrt beziehen wir ein schönes Hotelzimmer mit Blick aufs Meer und checken die Minibar. Wolfi findet einen „Moet & Chandon“ und meint, das wäre doch genau das Richtige für den Start unserer Reise. Ich checke schnell – just in case – den Preis und 55,00 € ist uns für einen Piccolo dann doch zu teuer. Guter Plan, denn die Minibar ist natürlich nicht inclusive und wird somit nicht von Aegean bezahlt. Die Cola die wir uns gönnen ist dagegen bezahlbar, aber rein aus Prinzip kaufen wir später im Supermarkt zwei neue Dosen zu weniger als dem halben Preis und bestücken die Minibar neu.
Dann die schwere Entscheidung: Schlafen oder doch ein Spaziergang ans Meer…. ? Das Meer gewinnt und wir setzen uns in die Sonne und kommen erstmal an.
Zurück im Hotel treffen wir das amerikanische Paar aus unserem Flieger. Die beiden besitzen ebenfalls ein Boot auf Leros, allerdings in einer „etwas“ höheren Preisklasse als wir. Wir suchen uns eine nette Bar am Strand und tauschen uns übers Segeln aus. Die Zeit bis zum Mittagessen vergeht wie im Flug. Abends essen wir mit Gay und Ralph, einem Paar aus England. Sie sind ebenfalls aus unserem Flieger, haben ihr Boot in der Marina neben unserer und es wird ein langer und schöner Abend…. Es hätte uns also deutlich schlimmer treffen können! Kurz kommt der Gedanke auf, das es überhaupt nicht schlimm wäre wenn der Flieger am nächsten Tag auch nicht fliegen könnte….
Bis hierher ein gelungener Tag und wir fallen todmüde ins Bett, um ziemlich schnell wieder wach zu sein, denn im Nachbarzimmer feiert eine Gruppe betrunkener Russen mit lautem Gesang, Gebrüll und Türenknallen die Nacht durch. Niemand vom Hotel sagt etwas und die Party geht bis halb vier morgens.

n.
