Die Bootssuche Teil 4 – Ein Rückblick

Die Bootssuche Teil 4 – Ein Rückblick

Wir haben sie gefunden!

Je mehr Boote wir uns anschauten, desto weniger genau wissen wir, was wir nun eigentlich haben wollen. Allerdings liebäugelt Wolfi schon vom Anfang der Suche an mit dem Kauf einer Alubat Ovni. Ovnis sind robuste, hochseetaugliche Aluminium-Yachten, deren Schwenkkiel das Trockenfallen in Tidenrevieren (Gezeitenrevieren mit Ebbe und Flut) ermöglicht und so unbegrenzte Revierfreiheit garantiert. Sie sind extrem widerstandsfähig gegen Kollisionen, Treibgut oder Eiskontakt. Durch ihre Rumpfbreite und den starken Innenballast sind diese Schiffe formstabil und kentersicher. Ovni-Yachten sind nach dem Prinzip „sicher statt schnell“ für Langfahrten konzipiert. Sie erreichen solide Geschwindigkeiten, laufen aber aufgrund des Schwenkkiels keine extremen Höhen am Wind. Parallel zur ganzen Bootssuche checkt Wolfi somit regelmäßig die Anzeigen für Ovnis, bisher sind aber keine Boote in unserer Preisklasse dabei gewesen.

Im Oktober entdeckt er dann die Helios, eine Ovni 43, die auf der griechischen Insel Leros zum Verkauf angeboten wird. Obwohl er die Bootssuche für dieses Jahr eigentlich schon aufgeben wollte, fliegt er noch einmal nach Griechenland. Es geht nach Kos und dann mit der Fähre weiter nach Leros. Das Boot gehört einem deutschen Ingenieur und seiner Frau. Beide sind über 80 Jahre alt und wollen das Boot deshalb verkaufen. Nach einer kurzen Probefahrt mit Motor und unter Segeln bei allerdings wenig Wind, soll das Boot am nächsten Tag aus dem Wasser aufs Trockendock. Dies ist so ziemlich genau das Boot was Wolfi sich vorgestellt hat. Der Besitzer versichert ihm: „Es sind zwar einige „kosmetische“ Dinge zu machen, aber das Boot ist sofort einsatzfähig. Wir sind mit ihm schon einmal um die Welt gesegelt und das sollte auch ein zweites Mal kein Problem sein.“ Lediglich das Rigging (die Takelage, bestehend aus dem Stehenden Gut, dem Laufenden Gut und der Spieren) muss Wolfi allerdings neu machen, sonst bekommt er dafür keine Versicherung. Dummerweise hat sich Wolfi, der normalerweise alles doppelt und dreifach kontrolliert, von den Aussagen seines „Berufskollegen“ überzeugen lassen und ihm vertraut ohne selber ganz genau in jede Ecke zu schauen. Er ist sich sicher, dass ein Ingenieur aus Deutschland das Boot genau so sorgfältig gehegt und gepflegt hat, wie er es zukünftig tun wird. Falsch gedacht, wie sich im nächsten Jahr herausstellen wird, aber das erzählen wir später genauer.

Der Kauf wird besiegelt und Ende Januar 2026 fährt Wolfi, um mit dem Refit des Bootes zu beginnen, mit seinem Caddy und dem inzwischen Ex-Besitzer Olav nach Leros. Der Caddy ist mit Werkzeug und unserem „Hausstand“ so voll, dass nicht mal mehr eine Briefmarke reinpasst.

„Was machen wir jetzt Wolfram?“ – Diesen Satz hört er in der ersten Woche, in der Olav, der noch mit dabei ist, mehrmals am Tag. Nach dem dritten oder vierten Tag fragt Wolfi ihn: „Olav, es ist überall einfach alles kaputt. Hast Du mir irgendwas verschwiegen?“ „Nein, aber es ist halt so: egal wo Du hin schaust, überall schaut dich die Arbeit an. Das hätte ich Dir natürlich schon sagen können!“

Wie recht er da hat, das sollen wir schon sehr bald selbst entdecken…

 

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