Die Bootssuche Teil 3 – Ein Rückblick
Wir versuchen unser Glück in Griechenland
Im Sommer fliegen wir gemeinsam nach Korfu und schauen in Preveza eine Sunkiss 47 an. Guter Preis, aus erster Hand von einem deutschen Besitzer. Stolz zeigte er uns sein Boot und alles was er daran selber repariert hat. Aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Entsetzt schauten wir auf das Ergebnis. Die Decke im Salon hängt halb herunter, die Fenster hat er abgedichtet in dem er Schrauben in das Plexiglas gedreht hat und alles ist irgendwie stümperhaft geflickt. Er grinst und meint: „Besser kann ich es halt nicht.“ Blöd! Eigentlich wollen wir am nächsten oder übernächsten Tag eine Probefahrt machen. „Ja, kein Problem“, sagt er, „ich muss nur noch schnell das Unterwasserschiff fertig streichen und dann geht das Boot ins Wasser.“ Am nächsten Tag ruft er uns an und meint: „Ich habe die falsche Farbe gekauft, diese (pinke!) hier ist für Süßwasser und nicht für Salzwasser. Jetzt muss die ganze Farbe wieder runter und ich muss noch einmal von vorne anfangen.“ Na ja, so richtig hat uns das Boot ja sowieso nicht überzeugt. So schauen wir in den nächsten Tagen noch einige weitere Boote an und treffen Michael, der vor der Werft mit seinem Segelboot vor Anker liegt. Er bietet uns an mitzukommen und wir nehmen dankbar an. 6 Augen sehen doch mehr als 4 und er hat viele Jahre Segelerfahrung.
Am besten gefällt uns eine Athena 44. Sie ist gemütlich, topp gepflegt, regelmäßig gewartet und bereit los zusegeln. Aber auch hier hat der Verkäufer keinen Nachweis, dass das Boot EU versteuert ist. Damit ist auch sie für uns zu teuer. Ziemlich frustriert fliegen wir nach einer Woche wieder heim und fragen uns, ob es wirklich so schwer sein kann, für uns das richtige Boot zu finden.
Im Internet hat Wolfi bereits vor längerer Zeit die Anzeige für ein Stahlschiff, eine Motiva 42, entdeckt. Sie stand bereits vor längerer Zeit zum Verkauf und so kontaktiert Wolfi den Verkäufer erneut und fragt ob das Schiff noch zu haben wäre. „Ja, das ist es. Ich muss es aus gesundheitlichen Gründen verkaufen, aber eigentlich ich möchte das nicht wirklich…“ Kurz: er weiss es noch nicht genau. Aber er bietet uns an, Ende September zusammen mit ihm eine Woche in Griechenland zu segeln. Dann könnten wir das Schiff und ihn kennenlernen. „Ich kann Euch nur nicht versprechen, dass ich nach der Woche sicher verkaufe.“ Nach einigen Emails und einigen Telefonaten sagen wir zu und buchten erneut einen Flug nach Korfu, um uns dort mit Olaf zu treffen. Was haben wir zu verlieren? Im schlimmsten Fall machen wir eine Woche Segelurlaub und sammeln Erfahrungen. Aber, und auch hier gibt es wieder ein aber, der Verkäufer sagt uns ein paar Tage vor unserem Flug nach Griechenland ab. Er verkauft nun doch nicht. Na toll. Das mit der Woche segeln war schließlich seine Idee, nicht unsere. Jetzt stehen wir da mit unseren gebuchten Flügen und dem eingereichten Urlaub und gucken dumm aus der Wäsche. Klar gibt es schlimmere Schicksale als nach Griechenland zu fliegen, aber genau in dieser Ecke waren wir ja nun gerade erst vor wenigen Wochen. Immerhin können wir so spontan noch unsere alten Unterkünfte buchen und sie sind, da jetzt Nebensaison ist, auch deutlich günstiger als beim letzten Mal. Außerdem schaffen wir es noch ein paar Bootsbesichtigungstermine bei verschiedenen Maklern aus zu machen. In dieser Woche schauen wir uns in Prevezza und Lefkada einen ganzen Haufen Boote an. Einige sind ganz schön und auch bezahlbar, aber irgendwas ist halt doch immer: Ein Stahlboot, eine VanDeStadt 44, hat lauter Rost in den Bilgen. Eine Bavaria hat verrostete Kielbolzen. Das eigene Boot des Maklers steht auch zum verkauf, hat allerdings, so wie es aussieht, schon einiges erlebt und ist uns dafür zu teuer. „Ja, am Preis kann man noch was machen“, sagt er. Sein letzter Preis ist dann gut 500 Euro günstiger. Da hatten wir doch auf eine deutlich größere Summer erhofft.
In Lefkada entdeckt Wolfi ein anderes Stahlboot, eine Feltz Scorpion 2 von einem alten Herren ebenfalls aus Deutschland. Er ist der erste Besitzer, hat sie selbst ausgebaut und mit viel Liebe gepflegt. Vor zwei Jahren hatte er dann einen Schlaganfall und kann sich nun nicht mehr richtig um das Boot kümmern. Wir haben das Boot gleich zweimal angeschaut und lange mit dem alten Herren geredet. Mit Tränen in den Augen sagt er: „Euch würde ich das Boot geben. Da wüsste ich, es ist in guten Händen.“ Eigentlich ist uns das Boot ein bißchen zu klein und Wolfi kann nur in der Mitte des Salons aufrecht stehen. Aber der fantastisch günstige Preis und der perfekt gepflegte Zustand des Bootes gefallen Wolfi extrem gut. Doch natürlich gibt es auch hier wieder ein Problem. Der Besitzer fliegt in ein paar Tagen erst einmal nach Hause und will dann irgendwann im Frühjahr seine Sachen holen und den Kauf abwickeln. Und dieses irgendwann ist uns einfach zu unsicher. Wir wollen nicht irgendwann los segeln, sondern möglichst bald. Zum Schluß verbleiben wir so: Wir suchen weiter und wenn wir bis zum Frühjahr nichts finden, dann kaufen wir sein Boot.