Vorbereitung -Teil 4 – Wir haben es geschafft !

Vorbereitung -Teil 4 – Wir haben es geschafft !

Der SKS Prüfungstörn

Ende September geht die Reise dann mit dem Auto nach Kroatien und wir startemit Wolfgang Stecher (Stecher Sailing) und seiner Bavaria 50 „Eve Marie“ unseren SKS Turn. Mit dabei ist wieder einmal Ju, der ebenfalls die Prüfung machen möchte. Ihm fehlt allerdings noch die Theorie. Michl und sein Vater Walter sind auch wieder dabei, wollen aber „nur“ mit segeln. Wolfgang ist ebenfalls ein sehr netter, gelassener und erfahrener Seemann und wir richten uns auf der hübschen Eve Marie häuslich ein. Die ersten zwei Tage segeln wir von Vrsar nach Pula und zurück. Ju braucht noch ein paar Meilen (300 bestätigte Seemeilen sind Voraussetzung um zur Prüfung zugelassen zu werden) und wir wollen das Boot kennenlernen.

Die Marina von Pula, der größten und ältesten Stadt der Region, liegt direkt vor dem Amphitheater, der Arena von Pula. Wir haben aber leider keine Zeit uns die imposante römische Arena aus dem 1. Jahrhundert, die Altstadt und die Festungsanlage anzuschauen. Dafür gehen wir aber sehr lecker essen und am nächsten Morgen geht es zurück nach Vrsar. Da die Prüfung näher rückt nutzen wir diese Zeit zum Üben. In der Prüfung müssen wir Halse, Wende, An- und Ablegen, Mann über Bord mit Segel und mit Maschine und noch so einiges mehr zeigen. Die See ist recht ruhig und bei mäßigem Wind klappen die Manöver bei uns allen dreien gar nicht so schlecht.

Am nächsten Tag sieht das leider schon anders aus. Bei ordentlich Wind und Welle fahren wir zum Üben raus, als Wolfi aus dem Salon an Deck kommt und sagt: „Wir haben Wasser im Boot.“ Unser Skipper bleibt sehr entspannt und fragt nur: „Süß- oder Salzwasser?“ – Es ist Süßwasser. „Dann ist es nicht so schlimm, das war vorher auch schon im Boot…“ kommt seine entspannte Antwort. Trotzdem brechen wir natürlich ab und fahren zurück in den Hafen, denn wir müssen ja schauen wo das Wasser herkommt. Wolfi und Wolfgang finden den Grund für das Wasser auch recht schnell: Der Anschluß am Frischwassertank ist abgebrochen. Sie pumpen das Wasser aus dem Boot und wir fahren wieder raus um weiter zu üben. Die Zeit drängt, denn morgen ist Prüfungstag. Wir üben alle Manöver bis keiner von uns mehr klar denken kann, dann machen wir Feierabend. Morgen ist ja auch noch ein Tag, die Prüfer kommen erst am Nachmittag, das dachten wir zumindest.

Das Wetter ist am nächsten Tag nochmal schlechter, es regnet in Strömen, es ist kalt und der Wind weht in Böen bis zu 40 Knoten. Ab Mittag soll es noch deutlich schlechter werden. Gleich in der früh bekommen wir von den Prüfern einen Anruf, sie würden statt nachmittags gleich um 10 Uhr kommen. Aus unserem geplanten Üben am Vormittag wird somit nichts mehr. 

Werde Prüfer in Kroatien haben sie gesagt, da ist immer schönes warmes Wetter haben sie gesagt….!“ Mit diesen Worten zieht der Prüfer sich die Kapuze ins Gesicht und kommt an Bord. Beide Prüfer sind sehr nett und wir geben bei den schwierigen Bedingungen unser Bestes. Wolfi meistert das Ganze mal wieder heldenhaft, Ju ist leider mega gestresst, ziemlich überfordert mit der ganzen Situation und fällt durch. Ich hadere wieder mal mit dem „Mann über Bord Manöver“, diesmal rein unter Segeln gefahren. Ich versteuere mich, merke es zwar aber das Boot reagiert bei den Wetterbedingungen zu langsam. Mit dem Kommando: „Großschot dicht!“ schaffe ich, dass der Baum nicht herumschlägt und verhindere so die Patenthalse in letzter Sekunde. Das Manöver kostet mich reichlich Geschwindigkeit und mit dem aller aller aller letzten bisschen Speed schafft Michl es grad noch so, für mich die Boje (den Mann-über-Bord) aus dem Meer zu fischen. Der Prüfer fragt mich nur: „Warum haben Sie das Kommando ´Großschot dicht!´ gegeben?“-„Weil ich verhindern wollte, dass jemand stirbt…. .“ „Gut“ sagt er, „dann haben Sie bestanden. Hätten Sie als Antwort ´weibliche Intuition´ gesagt, wären sie durchgefallen….“ 

Abends feiern wir bei Goran, das ist Wolfgangs Lieblingsrestaurant. Es gibt wundervolles Spanferkel vom Grill und reichlich Wein. Die Jungs reisen am nächsten Tag ab und wir haben uns noch für ein paar Tage in einem kleinen Apartment am Ortsrand eingemietet. Die Vermieter sind unglaublich nett, das Apartment wunderschön und wir machen erstmal – Nix!

Wer mich kennt, der weiß, lange „nix machen“ kann ich nicht und ich entdecke, dass in zu Fuß relativ gut erreichbarer Entfernung eine tolle Bar sein soll. Die Pirates Bar, direkt am Limski Fjord ist knapp 5 km entfernt. Der Weg führt immer am Fjord entlang wunderschön durch eine Art Wäldchen. Wir kommen an und haben natürlich nichts zu trinken dabei, schließlich wollen wir ja in eine Bar. Und ja, Google Maps hat nicht zu viel versprochen. Es ist ein wundervoller Platz, aber leider hat die Bar schon zu. Wolfis entsetztes Gesicht seht Ihr auf den Fotos . Ich verspreche ihm einen Aperol wenn wir zurück in Vrsar sind.

Der nächste, unser letzter Tag, soll ein Ruhetag sein. In Vrsar gibt es einen kleinen Fischladen und wir kaufen ordentlich ein. Unser „Hausi“ hat einen tollen Outdoor Grill. So wird auch der letzte Abend wunderschön und am nächsten Tag geht es zurück nach Hause…

Segel09.jpegWolfi_Michl_Ju_471713.jpegVrsar_211.jpegRovinje07.jpegRovinje_208.jpegSegeln_310.jpegM_und_W04.jpegLimskiW03.jpegPirateBar05.jpegPirateBarW06.jpegWeintrauben12.jpegGrill01.jpegGrillen02.jpeg

2 Kommentare zu „Vorbereitung -Teil 4 – Wir haben es geschafft !

  1. Einfach nur großartig!!! Das liest sich sehr gut- Michi, du hättest genauso gut Schriftstellerin werden können!!! – Eine sehr Erfolgreiche!!!

    Bin mir sicher, so manch Andere(r) hätte zwischenzeitlich hingeschmissen.

    Euch alles Gute und allzeit eine Handbreit Wasser unter dem Kiel
    Bleibt gesund
    Liebe Grüße aus Rückholz

  2. Es freut mich sehr, dass ihr mittlerweile auf dem Wasser unterwegs seid und wünsche euch immer genug Wasser unterm Kiel.
    Lg Sandra

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