Vorbereitung – Teil 3
Der Segelgrundschein
Im Mai beginnen wir unseren Kurs für den Segelgrundschein am Forggensee und mieten die kleine Ferienwohnung über der Segelschule. Insgesamt sind wir vier Teilnehmer und der Kurs besteht aus Theorieunterricht und täglich vier Stunden segeln auf den kleinen Diaz Jollen. Janina, die wir schon vom SKS kennen macht mit uns die Theorie. Für die Praxis sind verschiedene Lehrer da. Wolfi und ich werden leider erstmal getrennt. Sie unterrichten nie Paare gemeinsam. Ich finde das sehr schade, denn wir wollen wir ja später auch zusammen segeln. Aber egal. So lande ich im „Markus-Bootcamp“. Ich tue mich echt schwer, denn Markus schmettert „Befehle“ im Sekundentakt: „…Wende…abfallen…anluven…Halse…Wende…anluven…mach langsam schnell…!“ Puh! Leider tut sich mein Segelpartner noch deutlich schwerer als ich, kann aber eben auch noch keinerlei „Fachbegriffe“, was wichtig ist um die Anweisungen von Markus auch nur halbwegs befolgen zu können. Dadurch dass er ständig alles verwechselt bin ich abends auch völlig neben der Spur und fix und fertig.
Dabei ist es eigentlich wunderschön. Wir sind der erste Kurs vor der Saison und es ist ausser uns niemand da. Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf, der Forggensee füllt sich langsam mit Wasser und ausser zu Ausbildungszwecken ist das Bootfahren vor dem 1. Juni auf dem See nicht erlaubt. So sind wir mit unseren beiden Schulungsbooten völlig allein auf dem wundervollen See.
Unser Ausbilder Markus ist ein echt netter Typ, aber mich macht seine Art und dann noch in der Kombi mit meinem Mitsegler nach ein paar Tagen so konfus, dass ich beschliesse, die Prüfung nicht mitzumachen. Ich brauche sie ja sowieso nicht und es ging mir nie um den Schein, sondern nur um den Kurs an sich. Diese Ausrede lassen die Mitarbeiter der Yachtschule aber nicht gelten und ich trete doch zu Prüfung an.
Die Theorie ist für uns beide kein Problem. Nach der Theorie sagen sie zu Wolfi, dass er eh schon bestanden habe, da er so gut und so sicher segelt. Ich soll bei der Prüfung zusammen mit Wolfi bei Theo mitfahren. Theo ist ein alter und erfahrener Seebär und die Ruhe in Person. Wir segeln ein bisschen hin und her, fahren ein paar Manöver und nach gefühlt 20 Minuten sagt er: „Die Prüfung ist eh bestanden, jetzt gehen wir drei noch ein bisschen segeln.“ Es sind wundervolle 2 Stunden bei bestem Wetter auf dem Forggensee…
