Bootsprüfung

Bootsprüfung

Die Yachtschule am Forggensee – Bootsprüfung Binnen & See

Wir melde uns also im Sommer 2023 in der kleinen Yachtschule in Dietringen am Forggensee für den Sportbootführerschein an. Besonders freut uns, das Michel und Ju, zwei 
Freunde von uns, ebenfalls mitmachen wollen.

Bei strahlendem Sonnenschein und bestem Sommerwetter treten Wolfi und ich zu unseren ersten Fahrstunden mit dem Motorboot an. Mit „Manni“, unserem mittlerweile über 30 Jahre alten Wohnmobil, beziehen wir einen Stellplatz ganz in der Nähe der Yachtschule und 
machen uns auf den Weg zu unseren ersten praktischen Übungen
. Besonders cool ist die familiäre Atmosphäre der Yachtschule. Alles ist unkopliziert, persönlich und herzlich. Das gesamte Team nimmt sich unglaublich 
viel Zeit für uns, ist extrem geduldig und sorgt dafür, dass wir uns von Anfang an 
 wohl fühlen. 

Da wir nun schon einmal dabei sind, beschliessen Wolfi und ich, gleich den SBF Binnen und den SBF See in einem Rutsch abzulegen. Die praktische Ausbildung ist für beide Scheine nahezu gleich, die Theorie allerdings leider nicht. Wir pauken abends nach der Arbeit, was mit der App Bootsprüfung.de relativ gut machbar ist.


Im September ist es dann soweit: Prüfungstag!
 In der früh dürfen wir uns alle „einfahren“ und alle geforderten Manöver noch einmal üben. Die Prüfung umfasst die fünf Pflichtmanöver Ablegen & Anlegen am Steg, Mann-über-Bord, Steuern nach Kompaß und Peilen. Für jedes der Manöver hat man zwei Versuche. Daneben gibt es noch die Wahlpflichtmanöver Wenden auf engem Raum, Kursgerechtes Aufstoppen und fahren nach Landmarken. Hiervon werden drei geprüft und zwei müssen klappen. Und dann ist da auch noch die Knotenkunde…. Beherrschen muss man den Achtknoten, Palstek, Kreuzknoten, den einfachen und doppelten Schotstek, Webleinstek (Mastwurf) und Webleinstek auf Slip, Stopperstek, Rundtörn mit zwei halben Schlägen und den Kopfschlag auf einer Klampe. Sieben Knoten werden geprüft, sechs müssen korrekt geknotet und erklärt sein. Die Prüfung beginnt für uns mit der Theorie. Ju ist leider krank und kann nicht antreten. Michl ist fest davon überzeugt, dass seine Vorbereitungen für den SBF See auch für den SBF Binnen ausreichen würden, aber da hat er wohl falsch gedacht. Er fällt mit Pauken und Trompeten durch die theoretische Binnen Prüfung. Auf Binnengewässern gelten teilweise einfach andere Regeln als auf dem Meer. Ich brauch aber nichts zu sagen, denn bei mir läuft es auch nicht nach Plan und mir geht es in der praktischen Prüfung kein bischen besser. Beim Mann-über-Bord Manöver schalte ich statt auszukuppeln direkt in den Rückwärtsgang, was zum sofortigen Ausschluss von der Prüfung führt. Der Fehler ist vergleichbar wie wenn man in der Fahrprüfung bei Rot über die Ampel fährt. Vielleicht waren für mich “nur“ vier Fahrstunden doch ein wenig zu ambitioniert….? Aber ich kann das Ganze ja nochmal wiederholen. Wolfi dagegen bleibt entspannt, zieht sein Programm souverän durch und besteht die Prüfung problemlos. Die Theorie schaffen wir beide. 

Nach einem wunderschönen zweiwöchigen Urlaub in Griechenland steht für mich die noch offene praktische Prüfung auf dem Programm. Diesmal will ich nichts dem Zufall überlassen und gönne mir noch einmal vier zusätzliche Fahrstunden. Die Prüfung läuft deutlich entspannter, auch ich bestehe und halte ein paar Wochen später meine Bootsführerscheine in der Hand.

Mit ein bisschen Arbeit überzeuge ich Wolfi, dass wir uns gleich für den SKS-Kurs im Herbst anmelden. Die Theorie startet noch in diesem Winter und die Praxis müssen 
wir sowieso irgendwo am Meer machen. Schnell wird jedoch klar, dass der SKS 
noch einmal eine ganz andere Hausnummer ist als der SBF. Immerhin baut die Theorie auf die Inhalte des SBF auf, nur das diesmal die Prüfung keine Multiple Choice Fragen hat, sondern man die Antworten eigenständig ausformulieren muss. Dies ist
 besonders bei den rechtlichen Fragen gar nicht so einfach. Ebenso ist die Navigationdeutlich umfangreicher. Man muss nicht nur von A nach B navigieren, sondern

Gezeiten, Tiede, Besteckversatz, Strömung und noch einiges mehr beachten. 

Langsam kehrt Winter ein am Forggensee, es fällt der erste Schnee und außer uns Schülern ist es wundervoll ruhig. Im Februar ist dann die Prüfung und obwohl wir echt Schiss haben, bestehen wir beide. Die Prüferin ist extrem nett und bewertet sehr objektiv. Gemeinsam mit Ihr und den anderen „Prüflingen“ gehen wir noch Pizza essen und feiern unseren Erfolg. Jetzt haben wir zwei Jahre Zeit die praktische Prüfung zu machen, aber der Törn für den SKS im September ist ja auch schon gebucht.

 

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